TEL AVIV – Foodie`s Paradise

Halt, stopp.
Bevor ich nach Tel Aviv darf, habe ich mir selbst noch einen Zwischenstopp in Eilat aufgebrummt.
Eilat liegt an der Südspitze Israels und viele kommen zum Tauchen hierher.
Das ist verständlich, denn über Wasser ist es auch kaum auszuhalten.
Obwohl, das hat schon was…
Dieser mit grünem Teppich und blauen Russen überzogene Strand.
Dazu das Rauschen des roten Meeres – nur alle paar Minuten unterbrochen durch das sanfte Dröhnen einer am Strand-Flughafen landenden Boeing, die frische Russen bringt.

In der Ferne blinkt ein Vergnügungspark und nicht in der Ferne wummern die Techno-Beats der Hotel-Clubs.
Wahrscheinlich hat deshalb der Strom für mein Hostel nicht mehr gereicht.
„Sorry, total Blackout!“.
Na ja, kann schon mal passieren. FÜNF STUNDEN LANG.
Die zwei Frauen in meinem Hostel-Dorm schlafen um 15.00 Uhr, als ich zum ersten Mal aufs Zimmer komme, und schlafen immer noch, als ich es um 08.00 Uhr wieder verlasse.
Auch eine Methode, um hier die Zeit weg zu kriegen.
Dornröschen spielen. Oder Dornrüsschen.

Ich dagegen muss wieder los, das Heilige Land durchqueren.
Wie einst Abraham… nur ein bisschen unheldenhafter, in einem klimatisierten Reisebus.
Nach nur fünf Stunden Wüstenfahrt ploppt plötzlich die Oase Tel Aviv auf.
Das New York des Mittleren Ostens!
Gut, mit so 6 Millionen Einwohnern weniger und (noch) ohne Trump Tower.
In Deutschland sind gerade Semesterferien, weshalb das Little Tel Aviv Hostel voller Little Deutscher Studenten ist.
Als ich im Badezimmer neidisch von meinem Chaos-Kulturbeutel auf den aufgeräumten Kulturkoffer meiner Nachbarin schiele, erklärt sie mir, sie habe beschlossen, sich jetzt im Alter mal was Ordentliches für ihre Kosmetiksachen zuzulegen. Mit 24.
Immer noch lachend schlendere ich spätnachmittags zu einer ersten Erkundungstour los und laufe aus Versehen an allem vorbei, was mir die Hostelmädels als ihre Tel Aviv-Highlights aufgezählt haben.
Die arabische Altstadt mit seinem Märchen-Flohmarkt, die Bauhaus-Bauten der Rothschild-Avenue, das Graffiti-Viertel Florentin, die Restaurants in Neve Tzedek und natürlich: Der Bilderbuchstrand.



Wunderschön ist das alles, aber… ist da noch mehr?
Auch Johanna zuckt ratlos mit den Schultern.
Wir haben uns in Jerusalem kennengelernt.
Jetzt treffen wir uns 70 Kilometer weiter in einer anderen Welt wieder.
Jerusalem war so überladen mit Religionen, Emotionen, Konflikten… aber die scheinen hier einfach weggechillt zu werden.
Mir fällt Stadtführerin Maya in Jerusalem wieder ein, die ehrenamtlich mit palästinensischen Jugendlichen arbeitet, wenn sie nicht gerade an ihrem Dokumentarfilm über die tragische Geschichte einer palästinensischen Klofrau schraubt.
Ihre Worte: „Klar, könnte ich auch in Tel Aviv leben, und vom Strand aus posten, wie arg die Lage im Land ist. Aber das wäre mir zu einfach.“
Stimmt, Tel Aviv ist wirklich einfach. Einfach entspannt. Einfach zum Wohlfühlen.
Eine Wellness-Stadt voller braungebrannter Schönheiten, die ohne einen Schweißtropfen auf der Stirn in den absurd orangenen Sonnenuntergang joggen, und am nächsten Morgen im nachhaltigen Hipster-Cafe ums Eck ihren Spirulina-Smoothie schlürfen, um mit ihrem genauso gutaussehenden Hund in einen der nächsten 300 Sonnentage im Jahr zu starten.
Nach dem Yoga am Strand selbstverständlich.

Heavy Vitamins

Ich lasse den/die/das Spirulina aus und stürze mich lieber aufs israelische Essen.
Das ist hier zwar wirklich nichts für den Studentengeldbeutel, aber unfassbar gut.
Riesenzitronen, so groß wie Melonen und Mini-Melonen, so groß wie Zitronen.
Frittierter Blumenkohl mit Tahine und Minze, Shakshuka mit gold zerfließendem Eigelb, Piztazien-Nougat-Eis, Granatapfelsa8§PJ(f0laawekjlrufgjhlköfchjglköcfjhglköl
*Sorry… kurz den Sabber von der Tastatur gewischt*.

Blumenkohl mit Tahine (mmmjamjam)

Shakshuka (mmmjamjam)

Ein Gebäcktraum (mmmjamjam)

Letzter Tag (Schekel-Budget alle): Selbst gekochte Nudeln mit Tomatenmark und Bohnen.
(Iiiiiiiijakjak)

Alleine essen muss ich hier nie lange, denn überall mampfen neue Bekanntschaften.
Andere Backpacker, die zum Teil schon seit Jahren hier gestrandet sind, Israelis, die mich für meinen nächsten Besuch zu sich zu sich ins Kibbuz oder Konzert einladen und zwei schwedische Busfahrer, die es GANZ toll finden, dass ich in meinem Alter noch so Backpacker-mäßig unterwegs bin.
Sie waren die kürzeste Bekanntschaft 😉

Inbal und Zachi, haben ihren Kuchen mit mir geteilt und dafür für immer einen Platz in meinem Herzen 😉

Nach 2 Tagen Wellness-Programm hieve ich meinen Rucksack wieder hoch (OHNE Bufdi, was bin ich stolz!) und fahre zum Flughafen.
Zufälligerweise gemeinsam mit Judith – selbstverständlich Studentin – aus der Nähe von Ingolstadt, die ich in Jerusalem kennengelernt habe.

Bye Bye, Little Israel!

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